Pestizide im Bio Anbau?

Pestizide im Bio Anbau?

Der Pflanzenschutz im biologischen Landbau besteht aus einer konsequenten und systematischen Ausnutzung aller vorbeugenden Maßnahmen und der ökologischen Selbstregulationsmechanismen. Treten dennoch Krankheiten oder Schädlinge auf, können zu deren Abwehr überwiegend natürliche Substanzen eingesetzt werden. Der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide ist verboten. Deshalb kann es vereinzelt bei besonders starkem oder plötzlichem Krankheits- oder Schädlingsbefall vorkommen, dass der Öko-Landwirt Ertragsausfälle hinnehmen muss. Mit diesem „sanften“ Pflanzenschutz vermeidet der Bio-Bauer Rückstände von chemischen Pflanzenschutzmitteln im Erzeugnis, entlastet die Umwelt von schädlichen und naturfremden Substanzen und stärkt die biologische Vielfalt.

Vorbeugen ist besser als heilen.
Grundprinzip des Pflanzenschutzes im Bio-Landbau ist ein vorbeugendes Vorgehen. Alle Kulturmaßnahmen wie Standort- und Sortenwahl, Bodenbearbeitung, Fruchtwechsel, Pflanzenhygiene und Düngung werden so gewählt, dass die Pflanzen gesund und entsprechend widerstandsfähig gegen Schaderreger sind. Denn häufig liegen die Ursachen von Krankheiten und Schädlingsbefall in fehlerhaften Anbaumaßnahmen. So treten manche Pflanzenkrankheiten als Folge intensivster Kulturführung (z. B. enge Fruchtfolgen, hoher Stickstoffdüngereinsatz) auf.  Ziel der ökologischen Unkraut- bzw. Schaderregerregulierung ist dabei nicht deren komplette Vernichtung, sondern das Erreichen eines wirtschaftlich tolerablen Niveaus. Die Anwendung dieses ganzheitlichen Ansatzes, der auf die intelligente Steuerung des Zusammenspiels der verschiedenen Maßnahmen ausgerichtet ist, erfordert solides Verständnis der Zusammenhänge und viel praktisches Können.

Quelle: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft
Fakt ist: Biobauern dürfen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel nutzen, um ihre Ernte vor Insekten, Pilzen oder Unkraut zu schützen.
Das ist in der EU-Ökoverordnung gesetzlich geregelt, um negative Effekte wie den Verlust von Biodiversität zu minimieren. Ganz ohne Pflanzenschutzmittel geht es aber auch im Ökolandbau nicht:
Biobauern nutzen Mittel, die pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen oder mineralischen Ursprungs sind –
dazu gehören etwa Kupfer, Schwefel, Bienenwachs oder Pflanzenöle. Diese Mittel sind alle biologisch abbaubar,
Kontaktmittel wie Kupfer wirken bei Kontakt auf den Schädling, dringen aber nicht in die Pflanze ein!

In Hochzeiten haben konventionell arbeitende Bauern im Jahr bis zu 60 Kilogramm Kupfer pro Hektar auf ihre Felder gesprüht.
Heute dürfen Landwirte deutlich weniger ausbringen: Im Ökolandbau sind jährlich maximal drei Kilogramm Kuper pro Hektar erlaubt,
Das Bundesinstitut für Risikoforschung, fordert mögliche Risiken durch den Kupfer-Einsatz im Pflanzenschutz zu berücksichtigen und die Kupferminimierung konsequent fortzusetzen. Hier ist der Bio Landbau Vorreiter.

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