Komplett Verbot für Glyphosat in Österreich

Komplett Verbot für Glyphosat in Österreich

„Es ist einfach ein Gift, ein gefährliches Gift und charakteristisch für altes Denken in der Landwirtschaft. Dass man den Boden vergifte, um konkurrenzfähig zu bleiben – das könne es nicht sein,“ meint Wolfgang Zinggl von der Partei Jetzt.

Von einem „historischen Beschluss“ sprach SPÖ-Agrarsprecher Erwin Preiner. Es gebe zu Glyphosat genügend Alternativen, die weder für den Menschen noch für Tiere giftig seien. Dass eine Studie der Universität für Bodenkultur ergeben hat, dass ein Totalverbot nicht mit EU-Recht vereinbar sei, focht Preiner nicht an. Die gemeinsam mit der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) durchgeführte Studie sei allerdings sehr oberflächlich gehalten gewesen.

Der Bayer-Konzern nahm das Glyphosatverbot mit Bedauern zur Kenntnis. Man gehe aber davon aus, dass der Beschluss „von der EU-Kommission kritisch hinterfragt und rechtlich angefochten“ werde, hieß es in der Stellungnahme des Konzerns Dienstagabend.

Trotz der rechtlichen Unsicherheit sprach die Umweltschutzorganisation Greenpeace von einem „historischen Meilenstein“. Nun liege der Ball bei der EU-Kommission, die gegen den Beschluss binnen drei Monaten Einspruch erheben könne. Die Kommission habe die Möglichkeit nationaler Verbote zugesichert. Sie dürfe ihr Versprechen jetzt nicht brechen, so die Organisation.

Roundup ist das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel der Welt. Das von Monsanto hergestellte Breitbandherbizid enthält Glyphosat – ein Stoff, den die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Unterorganisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), als „wahrscheinlich krebserregend für Menschen“ einstuft.
Auch Schädigungen des Erbguts sind laut IARC nicht auszuschließen.
Roundup vernichtet jede Pflanze, mit der es in Kontakt kommt – es sei denn, diese wurde gentechnisch so verändert, dass sie den Herbizid-Einsatz überlebt. Dadurch entstehen Monokulturwüsten, in denen jegliche Bio-Diversität erlischt.
Roundup wird im großen Stil von Landwirten und Städten verwendet, aber auch von Hobbygärtnern munter im Garten versprüht.
Eine von Global 2000 in Auftrag gegebene Studie zeigt: Drei von zehn untersuchten ÖsterreicherInnen hatten Glyphosat im Urin.
Das es auch ohne Glyphosat geht beweist die biologische Landwirtschaft, die ohne chemische Pestizide auskommt.

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