Kälberkuscheln – ein Trend, den noch keiner kennt……

Kälberkuscheln – ein Trend, den noch keiner kennt……

Darf ich mich kurz vorstellen? Ich bin Gisi, das kleinste und wohl auch das hübscheste Kälbchen im Stall von Bauer Franz.
Ich wohne in Ussenburg auf dem Berghof Kinker. Gemeinsam mit ein paar anderen Mädels teile ich mir eine Gruppenboxe, die mit frischem Stroh eingestreut ist.
Das kleinste Kälbchen bin ich deswegen, weil ich auch das Jüngste bin. Am 25.11.2019 bin ich auf die Welt gekommen. Meine Eltern heißen Gabi und Verdi. Den Papa kenne ich leider nicht, denn ich entstamme einer künstlichen Befruchtung. Das ist mittlerweile üblich in der Rinderhaltung. Vom Bauern habe ich mir sagen lassen, dass es ihm zu gefährlich sei, einen Stier im Stall zu halten. Gut, das muss ich dann so akzeptieren. Ich find das auch nicht weiter tragisch, dass ich meinen Papa nicht kenne. Ich habe ja noch meine Mutter Gabi, die ich jeden Tag sehe.
Außerdem fühle ich mich pudelwohl unter meinen Mädels. Wir haben einen eigenen Bereich, in dem uns keiner stört. Wir können frei herumhüpfen, warme Milch trinken, ins Stroh kuscheln, vor uns hindösen, und uns auch mal in der Hütte verstecken, wenn wir keinen Bock auf Menschen haben.

Dass ich das hübscheste Kälbchen im Stall bin, das habe ich ja schon erwähnt. Ich merke das daran, dass die Feriengäste auf dem Hof immer zu mir kommen und mich streicheln wollen. Besonders oft stehen Kinder am Gatter und reichen mir die Hände, um über mein weiches Fell zu streichen.

Sind es meine langen Wimpern, die großen Kulleraugen oder die feuchte Nase die mich so attraktiv machen? Ich weiß es nicht. Ist mir auch egal. Hauptsache ich habe ein wenig Unterhaltung und Abwechslung. An manchen Tagen wäre es doch etwas langweilig, wenn wir keinen Besuch hätten. Das Streicheln tut mir ja auch gut und ich merke, dass die Kinder und die Erwachsenen mich jedes Mal anlächeln, wenn sie mich sehen. Wenn junge Mädchen mit mir kuscheln, dann kichern sie meist. Was es da zu kichern gibt, verstehe ich nicht ganz. Ich führe es darauf zurück, dass die Girls generell kichern, und es nicht unbedingt mit mir was zu tun hat.

Dass ich bei den Feriengästen so beliebt bin, das ist meinem Bauern Franz auch nicht entgangen. Es hat ihn anscheinend auf eine Idee gebracht. Er bietet jetzt „Kälberkuscheln“ an. Dafür hat er sich extra eine große Hütte gekauft, ganz modern und chic. In weiß das Ganze. Als ich das zum ersten mal sah, war ich schwer beeindruckt!
Da hat er wieder mal nicht gespart, der Bauer.
Jetzt muss ich euch aber dringend erzählen, wie das Kälberkuscheln so abläuft: Der Bauer Franz hat der Schar von Kindern zuerst erklärt, dass sie mit mir vorsichtig umgehen, Ruhe bewahren, und sich Zeit lassen sollen. Kein Geschrei und keine hektischen Bewegungen sollen mich erschrecken. Die Kinder haben die Hinweise verstanden und eines davon, vermutlich war es das Stärkste, durfte mir ein Halfter anlegen. Das war zwar ein Fohlenhalfter, aber ich nehme das nicht so genau.

Bevor es losging reichte Franz einem Mädchen eine feine Bürste. Liebevoll kämmten die Kinder abwechslungsweise mein Fell. Immer schön mit dem Strich. Stundenlang könnte ich mich hinstellen und mich bürsten lassen……

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