Bio Baumwolle: 12 Fakten, weshalb du nichts anderes kaufen solltest – utopia.de

Bio Baumwolle: 12 Fakten, weshalb du nichts anderes kaufen solltest – utopia.de

Pestizide, Insektizide, enormer Wasserverbrauch, Ausbeutung der Farmer: alles Probleme von Baumwolle. Hier 12 Fakten, die dich garantiert überzeugen, bei Kleidung künftig auf Bio Baumwolle zu setzen.

Vor kurzem feierte der Dokumentarfilm „For the Love of Fashion“ in Deutschland Premiere. Umweltschützerin Alexandra Cousteau macht darin auf die problematischen Methoden beim herkömmlichen Anbau von Baumwolle aufmerksam.

Hier 12 Fakten rund um die Dokumentation, die zeigen, weshalb Bio Baumwolle die bessere Wahl ist:

1. Textilindustrie ist drittgrößter Umweltverschmutzer

Die Textilindustrie ist der drittgrößte industrielle Umweltverschmutzer. Übertroffen wird sie nur noch von der Erdöl- und Edelsteinindustrie. Als Konsument von Mode solltest du dir darüber bewusst sein, dass auch deine textile Kaufentscheidung großen Einfluss auf die Umwelt hat.

2. Baumwolle in 50% aller Kleidungsstücke

Pro Jahr werden 3 Billionen Kleidungsstücke produziert. 50% des Materials der weltweit hergestellten Kleidung besteht aus Baumwolle. In Deutschland ist Baumwolle nach Chemiefasern der am meisten verwendete Textilstoff für Bekleidung.

In Kleidung zu selten: Bio-Baumwolle
Bio Baumwolle, zum Beispiel in Bio-Jeans (Foto: Utopia.de/AW)

3. Baumwolle wächst nicht auf den Bäumen

Baumwolle stammt weder vom Baum, noch ist es Wolle. Die Baumwollpflanze ist ein Strauch aus der Familie der Malvengewächse. Es gibt 51 verschiedene Arten von Baumwolle. Nur 4 davon sind für die Herstellung von Textilien geeignet. Die Hauptanbaugebiete befinden sich in Indien, China und den USA.

4. Wie viel Bio steckt in welcher Baumwolle?

Beim Anbau von Baumwolle unterscheidet man zwischen drei Kategorien:

  • GMO Baumwolle ist genetisch modifiziert, beim Anbau werden Pestizide und Düngemittel verwendet
  • Sustainable Cotton ist nicht genetisch modifiziert. Diese Baumwolle wird mit geringeren Mengen von Pestiziden und Düngemitteln angebaut, ist allerdings nicht frei davon
  • Organic Cotton ist Baumwolle, bei deren Anbau weder Gentechnik noch chemische Pestizide oder Düngemittel verwendet werden

5. Genmanipulierte Baumwolle

Der Anbau von genmanipulierter Baumwolle verzeichnet noch immer einen Wachstumstrend. Zwischen 2003 und 2013 wuchs die Anbaufläche von 7,2 Millionen Hektar auf 23,9 Millionen Hektar.

 

6. Nur 1% Bio Baumwolle weltweit

Nur 1% der weltweit angebauten Baumwolle ist ökologisch nachhaltig. 75% dieser Bio Baumwolle kommt aus Indien. Beim Anbau von Bio Baumwolle werden natürliche Dünger und Pflanzenschutzmittel verwendet. Das kommt den Böden zugute, die nicht mehr so stark belastet werden. Auch die Arbeiter kommen beim Baumwollanbau mit weniger Giftstoffen in Berührung. Und letztendlich freut sich die Haut des Konsumenten, der die verarbeitete Baumwolle als Kleidungsstück am Körper trägt.

Bis zu 2.700 Liter Wasser werden zur Herstellung eines einzigen T-Shirts aus Baumwolle benötigt. Bei Bio Baumwolle reduziert sich die für den Anbau benötigte Wassermenge, denn die Pflanzen werden auf einer dickeren Humusschicht angebaut und benötigen deutlich weniger Wasser als konventionelle Baumwollpflanzen.

7. Warum ist Bio Baumwolle gut für die Farmer?

Bio Baumwolle wird zur Zeit hauptsächlich von Bauern mit kleinen Farmen angebaut, weil sie sich die Chemikalien nicht leisten können oder aus religiösen Gründen auf deren Einsatz verzichten. Bauern, die auf den herkömmlichen Anbau von GMO Baumwolle setzen, verschulden sich häufig, da sie teure Pestizide und Düngemittel erwerben müssen. Deshalb steigt auch bei ihnen die Bereitschaft, auf den Anbau von Bio Baumwolle umzusteigen. Leider ist es schwer, saubere Saat zu finden, die nicht genverändert ist.

8. Der Vorteil Samen für Bio Baumwolle

Die Samen der Bio Baumwolle können wiederverwendet werden und ersparen dem Bauern deshalb Kosten. Die Samen der GMO Baumwollpflanze sind nur einmalig verwendbar, da diese durch den Einsatz von Pestiziden zerstört wird.

Baumwollfelder in den USA
Baumwollfelder in den USA (Foto: David Nance (PD))

9. Pestizide und Insektizide in Baumwolle

Beim Anbau von GMO Baumwolle wird die Baumwollpflanze in ihrem Lebenszyklus mit rund 8.000 unterschiedlichen Pestiziden behandelt. 25% aller weltweit eingesetzten Insektizide und 11% aller Pestizide werden beim Anbau von Baumwolle eingesetzt. Tatsächlich macht der Baumwollanbau aber nur ca. 2,4% der weltweit genutzten Agrarflächen aus.

10. Bio Baumwolle: Es gibt viel zu wenig

Da nur 1% der weltweit angebauten Baumwolle Bio-Qualität hat, kann der Markt aktuell den bestehenden Bedarf nicht decken. Verschiedene Unternehmen setzten sich mit Initiativen wie Organic Cotton Accelerator für die Aufklärung der Bauern ein, um den Bioanbau zu fördern.

11. Siegel für Bio Baumwolle

Ein aussagekräftiges Siegel für Bio Baumwolle ist das GOTS-Label, das in zertifizierten Textilien zu finden ist. Die Ökobilanz verbessert sich auch, je länger ein Kleidungsstück getragen wird. Deshalb beim Kauf auf Qualität achten und abgelegte Kleidung verschenken oder spenden.

Baumwollerntemaschine
Baumwollerntemaschine (Foto: David Nance (PD))

12. Siegel zum Schutz der Farmer

Die Kennzeichnung von Bio Baumwolle ist vorrangig eine Aussage über den ökologischen Anbau. Da Bio Baumwolle vermehrt auf kleinen Farmen im Familienbesitz angebaut wird, sind auch die sozialen und ethischen Bedingungen oftmals positiv. Als verlässliche Aussage dienen hier zusätzliche Siegel wie das der Fair Wear Foundation.

Dokumentarfilm über Baumwolle:
„For the Love of Fashion“

Alexandra Cousteau ist Expertin für Wasserschutz und wurde für ihren Einsatz bereits vom Weltwirtschaftsforum mit dem Titel „Young Global Leader“ ausgezeichnet. Bei ihrem Dokumentarfilm „For the Love of Fashion“ erhielt sie Unterstützung vom Onlinechannel National Geographic – und von C&A: Bis 2020 will das Modehandelsunternehmen 100 Prozent seiner Baumwolle nachhaltig gewinnen.

Für ihre Dokumentation reiste Alexandra Cousteau nach Indien und in die USA – beide Länder zählen neben China zu den Hauptanbaugebieten von Baumwolle. Hier sprach Cousteau mit Experten und örtlichen Bauern. Auch in Deutschland diskutierte sie mit Spezialisten, um „das Risiko irreparabler Schäden für unsere Erde durch konventionelle Anbaumethoden zu verdeutlichen“, so Cousteau.

Als Lösungsansatz zeigt die Dokumentation die Vorteile eines nachhaltigeren Baumwollanbaus für Mensch und Umwelt. Aber nicht nur Unternehmen und Farmer müssen umdenken. Vor allem der Kunde selbst leistet mit seiner Entscheidung zum Kauf von Bio Baumwolle einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.

 

www.utopia.de

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